Schützenhaus und Restaurant

Schützengesellschaft Langen

Schützengesellschaft Langen

Schützengesellschaft Langen

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Die Geschichte der Schützengesellschaft

Die Schützengesellschaft Langen 1863 e.V. wurde am 22.Februar 1863 gegründet, doch sollten zunächst 21 Jahre ins Land gehen, bis die Schützen der ersten Stunde ihrem Sport auf heimischem Schießstand nachgehen konnten. 1884 dröhnten zum ersten Mal die damals gebräuchlichen Flobert- Gewehre auf eigener Schießbahn am Felsenkeller. Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Großkaliber- Scheibengewehre auf. Der bestehende Schießstand wurde zu klein.So beschlossen die Mitglieder am 20. Januar 1905, bei einer Generalversammlung, Land für eine neue und größere Schießanlage zu erwerben. Der Verein erwarb Land am Steinberg, nicht weit vom Felsenkeller, und erbaute dort sein Schützenhaus. Fünf Schießbahnen mit 175 Meter Länge gab es dort zunächst. Im Laufe der Jahre kamen nach und nach zwei Wurftaubenstände, ein "laufender Wild stand" , ein Rehbockstand und sechs Kleinkaliberstände hinzu. Die erste noch vorhandene Satzung stammt aus dem Jahr 1903. Dort heißt es im Paragraphen eins: "Der Verein führt den Namen Schützengesellschaft Langen. Zweck des Vereins ist die Pflege und Hebung der Kunst des Scheibenschießens sowie die Förderung der Geselligkeit unter den Vereinsmitgliedern. Der Verein hat seinen Sitz in Langen. Die Gesellschaft soll in das Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichts eingetragen werden." Der Paragraph drei legte fest:" Zum Eintritt befähigt ist jede unbescholtene männliche Person, welche das 21. Lebensjahr vollendet hat. Während der Vereinszweck bis zum heutigen Tag unverändert blieb oder zumindest ähnlich definiert werden könnte, ist die Vorschrift des Paragraphen drei so heute nicht mehr denkbar. Aus der reinen "Männergesellschaft" ist ein Verein mit Jugend- und Damenmannschaft geworden. Und es sind gerade die Damen, die heute beachtliche Erfolge zu verzeichnen haben. Sie sicherten sich nicht nur einmal die Hessischen Landesmeisterschaften in den Einzel- und Mannschaftswettbewerben. Damit waren sie ebenso erfolgreich wie ihre männlichen Schützenkameraden. Ruhig verliefen die Jahre bis zum Ersten Weltkrieg. Besonderheiten verzeichnet die Vereinschronik nicht. Außerhalb der Schießtage trafen sich die Schützen regelmäßig im Gasthof "Zum Adler". Die Jubiläen des 40jährigen und des 50jährigen Bestehens feierten sie jeweils mit einem großen Schützenfest. Den ersten schmerzlichen Eingriff in das Vereinsgeschehen brachte der Weltkrieg 1914-1918. Die französischen Besatzungstruppen beschlagnahmten nach seinem Ende den Schießstand am Steinberg. Erst im Jahre 1930, mit dem Abzug der Truppen aus dem Rheinland, durften die Schützen ihren Stand wieder in Besitz nehmen. Die Langener Schützen traten der Odenwälder Schützenvereinigung bei und nahmen von Stund' an wieder en regelmäßigen, sportlichen Schießbetrieb auf. In diesen Jahren schossen in erster Linie Handwerksmeister, Kaufleute und Unternehmer im Verein der Schützengesellschaft Langen. Ähnlich sah es auch in anderen Schützengesellschaften, - vereinen, und - gilden aus. Heute sind die Vereinen offen für alle Alters- und Berufsgruppen, für Mädchen und Jungen, für Frauen und Männer. Nur wenige Jahre sollten ins Land gehen, bis die zweite schwere Erschütterung den Verein betraf. Mit der Machtübernahme der Nazis im Jahre 1933 begann das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Auch die Vereine, insbesondere aber die Schützenvereine, waren hiervon betroffen. Das gesellige und sportliche Schießen trat in den Hintergrund. Das letzte große Fest im Frieden feierte die Schützengesellschaft anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens, das sie bereits am 01.09.1938 beging. Am 01.09.1939 begann der zweite Weltkrieg. Viele Menschen verloren ihr Hab und Gut. Kontrollratsbeschlüsse nahmen auch der Schützengesellschaft Langen ihren Grundbesitz auf dem Steinberg. Zunächst wurde Grund und Boden samt allen Anlagen beschlagnahmt, später enteignet. Das Schützenhaus und das Gelände von 7000 Quadratmetern Fläche waren dahin. Doch das Leben ging weiter. Die Wunden des Kriegs vernarbten und allmählich wurden auch die Einschränkungen des Schießsports wieder gelockert.


Dem 1. Schützenmeister Erich Huber und einer kleinen Schar getreuer Schützen ist es zu danken, dass die Idee der Schützengesellschaft auch diese Unbilden überdauerte. Unter seiner Leitung gab es bald wieder erste Schießabende in Langen - und zwar im Hotel Weingold. Während der Sommermonate schossen die Kameraden Sonntag vormittags auf einem behelfsmäßigen Stand auf dem Steinberg. Am 15.12.1951 wurde die Schützengesellschaft Langen 1863 e.V. Mitglied im Hessischen Schützenverband. Die Mitgliederzahl stieg wieder, aber die sportliche Entwicklung stagnierte. Die Schützen vermissten ihren Schießstand schmerzlich. Versuche den alten Stand auf dem Steinberg zurückzuerhalten, scheiterten. So trainierte man zeitweise im Lokal Bergfried oder unter der Bühne des Turnvereins Langen. Ein Zustand der auf Dauer nicht tragbar war. Dies erkannten auch die Verantwortlichen bei der Stadt. Allen voran der damalige Bürgermeister Wilhelm Umbach, sannen sie auf Unterstützung und wiesen den Schützen schließlich ein geeignetes Gelände in Langen- Oberlinden zu.

Schießstand Oberlinden

Mit den Vorbereitungen zur Hundertjahrfeier der Schützengesellschaft begannen die Arbeiten an der neuen Schießsportanlage. Durch selbstlosen Einsatz der Vereinsmitglieder, mit Unterstützung der Stadt Langen, des Kreises Offenbach und des Landes Hessen, gelang es den Schützen erneut, eine Schießsportanlage zu errichten. 10 Klein- Kaliber Stände, 16 Sportpistolen- Stände, eine Anlage für "laufende Scheibe", Luftgewehr - und Luftpistolen- Stände, sowie ein großer Bogenplatz stehen den Schützen seitdem zur Verfügung. Eine neue Anlage für Luftdruckwaffen mit 20 Ständen und ein Stand "Luftgewehr- laufende Scheibe" sollen hinzukommen. Der amtierende Vorstand ist zuversichtlich, dass dieses Vorhaben noch im Jubiläumsjahr des 125jährigen Bestehens abgeschlossen werden kann. Die neue Schießsportanlage begann alsbald Früchte zu tragen. Bei nahezu optimalen Trainingsbedingungen stellten sich unversehens wieder Erfolge bei sportlichen Wettkämpfen ein. Zahlreiche Kreis-, Gau- und Landesmeistertitel legen davon beredet Zeugnis ab. Gewehr- und Sportpistolenschützen, Damen und Herren, sind gleichermaßen an diesen Erfolgen beteiligt.